Happy beweist: ein weisser Boxer hat einen sehr grossen Lebenswillen und sehr viel Power, diesen auch unter Beweis zu stellen
Eine nicht so schöne Geschichte – aber glücklicherweise mit happyend
Hier eine kurze Zusammenfassung, wie schnell etwas passieren kann - Happy hofft, dass diese Zusammenstellung von ganz vielen "Hundeleuten" gelesen wird,
damit es bei anderen vielleicht nicht so weit kommt - oder aber auch, um Hoffnung zu machen. Der erste Eindruck täuscht glücklicherweise manchmal und
der beste Tierarzt wird auch mal von etwas anderem überzeugt
Montag, 8.03.2004 8,00 Uhr
- alles ok und alles in Ordnung mit Happy
Montag, 8.03.2004 10,00 Uhr
- Happy ist lurig, etwas unzufrieden
Montag, 8.03.2004 10,30 Uhr
- Happy wird unruhig, legt sich immer auf die kalten Fliesen
Montag, 8.03.2004 10,45 Uhr
- ich muss zu einem wichtigen Termin, auf den ich über drei Wochen gewartet habe, wäre zwar lieber zum Tierarzt gefahren, aber so akut ist es mit Happy ja auch
nicht ( denke ich zu diesem Zeitpunkt leider noch)
Montag, 8.03.2004 13,00 Uhr
- komme von dem Termin zurück, Happy ist noch luriger, freut sich zwar, mich zu sehen, ist aber eindeutig sehr ruhig
Montag, 8.03.2004 13,15 Uhr
- Lefzen von Happy sehr blass, Happy lässt sich von mir überzeugen, sich auf das Sofa zu legen
Montag, 8.03.2004 13,30 Uhr
- Lefzen von Happy nähern sich in der Farbe ihrem Fell ( schneeweiß) und sind eiskalt, packe meine Sachen, rufe den Tierarzt an ( natürlich keine Sprechstunde
mehr), spüre ihn zu Hause auf und bestelle ihn in die Praxis und düse sofort los ( Happy schwankt beim laufen zum Auto)
Montag, 8.03.2004 14,00 Uhr
- komme zusammen mit dem Tierarzt vor der Praxis an – Happy liegt im Auto und ist nicht mehr zu bewegen, aufzustehen - hieve sie also hoch und trage sie in den
Behandlungsraum
- der Tierarzt untersucht Happy und macht ein bedenkliches Gesicht – versucht , Blut abzunehmen ( es kommt kaum Blut in die Kanüle und dass, was kommt ist
zäh und sehr dickflüssig): und seine Miene wird immer dunkler – er vermutet starke innere Blutungen und macht mir aufgrund des mehr als labilen Zustandes von
Happy keine Hoffnungen mehr
- aber trotzdem erst einmal diverse Notfallspritzen, und evtl. den Kreislauf noch etwas zu stabilisieren (soweit überhaupt noch vorhanden) und zu versuchen,
die inneren Blutungen zu stoppen
- rauf zum Röntgen - ich schnappe mir also wieder Happy und hieve sie zig Treppen rauf auf den Röntgentisch
- Happy ist mehr als apathisch und lässt sich alles gefallen
- Runter in den Keller und versucht, sie an den Tropf zu legen
- Aufgrund des miserablen Zustandes findet der Tierarzt kaum die Vene, um den Tropf anzuschließen – aber nach viel mühen, klopfen, drücken etc endlich:
die Nadel sitzt und Happy liegt am Tropf, um wenigstens etwas Flüssigkeit zu bekommen
- Mittlerweile wird das Blut untersucht – wenigstens keine ganz so schlimmen neuen Hiobsbotschaften – es ist relativ ok; wenn die Werte auch bescheiden
sind, aber immerhin noch nicht ganz im Keller
- Röntgenaufnahmen sind entwickelt – der Tierarzt vermutet eine geplatzte Gebärmutter oder ähnliches; genaueres kann er nicht sagen, da die Aufnahmen
vom Bauchraum stark verschwommen und verwischt sind
- Operation ist eigentlich zwingend angebracht, aber aufgrund des mehr als labilen Zustandes von Happy nicht durchführbar
- Montag, 8.03.2004 15,30 Uhr
- Der Tierarzt kommt zum zigsten Male in den Keller ( wo ich seit über einer Stunde mit Happy auf einer Decke auf der Erde sitze) , horcht Happy zum wiederholten
Male ab und ist erstaunt und verblüfft – was er nie zu hoffen gewagt hätte, ist eingetroffen: Happy´s Kreislauf hat sich etwas stabilisiert ( wenn auch auf sehr
niedrigem Niveau )– und sie atmet auch wieder etwas ruhiger.
- Er macht mir etwas Hoffnungen – vielleicht können wir heute Abend die OP wagen
- Er schickt mich nach Hause mit Happy – um 18,00 Uhr sollen wir wieder da sein – wenn sie bis dahin weiterhin so annähernd stabil bleibt, will er die OP wagen
- Ich fahre mit Happy nach Hause, hieve sie auf die Couch und bewache ihren Atem – bleibt er so relativ ruhig? atmet sie überhaupt noch? Werden die Lefzen
evtl etwas farbiger?
- Der Atem bleibt relativ ruhig, ansonsten passiert nichts, Happy schläft
Montag, 8.03.2004 18,00 Uhr
- wir kommen pünktlich in der Praxis an, der Tierarzt untersucht Happy noch mal und atmet etwas auf: wir können es wagen, er kann mir allerdings immer noch
keine Hoffnung machen – sie ist ja nicht mehr die Jüngste und immer noch sehr schwach und labil; ich soll nach hause fahren, er will mich dann anrufen –
wenn er sehr schnell anruft, ist es ein schlechtes Zeichen, dauert es länger als eine Stunde, können wir hoffen.
- Ich will nicht nach Hause fahren und bleibe bei Happy, bis es endlich geschafft ist, die Nadel für die Narkose zu setzen – Happy schläft tief und ich gehe
nach draußen und harre der Dinge, die da so passieren werden
Montag, 8.03.2004 18,15 Uhr
- ich sitze draußen im Auto und hoffe, dass der Tierarzt sich nicht vor 19,00 Uhr bei mir meldet – es ist saukalt und die Zeit will und will nicht vergehen
Montag, 8.03.2004 18,30 Uhr
- noch nichts vom Tierarzt gehört oder gesehen : ein gutes Zeichen?????
Montag, 8.03.2004 18,45 Uhr
- Der Tierarzt hat sich immer noch nicht sehen lassen – was soll ich davon halten?
Montag, 8.03.2004 18,50 Uhr
- die Tür des OP – Raumes geht auf – mir fällt das Herz in die Hose, sehe den Arzt und baue fast ab: aber er kommt raus und hält den Daumen nach oben
- ist es geschafft?????????
- Im OP Besprechung ( Happy liegt wieder am Tropf auf der Decke und schläft) – die Milz musste entfernt werden; es waren viele große Geschwüre auf der Milz –
und eins davon ist geplatzt und hat die Blutung verursacht ; der Tierarzt musste weit mehr als einen Liter Blut aus dem Bauchraum entfernen.
- Der Zustand von Happy ist immer noch mehr als kritisch – aber zaghafte Hoffnung ist nicht unangebracht
Montag, 8.03.2004 19,15 Uhr
- Happy wird ständig abgehört und untersucht – der Tierarzt schüttelt nur den Kopf : erstaunlich, super
Montag, 8.03.2004 20,15 Uhr
- letzte Untersuchung, der Tierarzt ist zufrieden, Happy schnarcht immer noch vor sich hin
- sie wird vom Tropf genommen und wir schleppen sie ins Auto
- ich kann sie mit nach Hause nehmen
- wenn sie bis morgen Mittag durchhält, kann sie es schaffen
Dienstagnacht
Happy wird gegen 0,30 Uhr etwas wach, - die Lefzen sind etwas gefärbt, aber immer noch eiskalt - ich kann ihr etwas Wasser einflössen, sie schläft wieder weiter;
gegen 3,30 Uhr kann ich ihr etwas Stärkungstropfen einflössen, wie gehen nach draußen pinkeln – und jetzt geht es mir wieder besser : Happy war draußen fast
schneller als ich,; wieder zurück, schlabbert sie etwas Wasser, bekommt wieder die Tropfen und schläft wieder. Um 5,00 hat sie die Schnauze vom vielen Schlafen
voll und will wieder nach draußen – fast im alten Tempo bis auf die große Koppel, pinkeln, einen Haufen machen und im Affengalopp zurück die Rampe rauf –
muss sie überzeugen, dass es noch zu früh zum aufbleiben ist – und wir schlafen bis 7,00 Uhr.
Durst und Hunger sind groß – sie schlabbert wieder Wasser und verdrückt sich eine ganze Scheibe Brot mit Leberwurst
Dienstag, 9.03.2004 9,30 Uhr
- wieder zum Tierarzt, Happy lässt sich nicht halten und springt selbst ins Auto, vor der Tierarztpraxis angekommen, hat sie es eilig, ihren Retter zu sehen und
rennt fast die Treppen zur Praxis rauf
- der Tierarzt kommt und ……………. glotzt und versteht die Welt kaum noch: was ist denn mit Happy los???????? Das gibt es doch gar nicht??????? Das habe er ja
noch nie gesehen"!!!!!!!!!!! Happy muss nicht getragen werden und kommt auf eigenen Beinen in die Praxis??
- Bückt sich zu Happy und strahlt: jetzt hast du es geschafft und kannst noch 20 werden, gibt ihr noch einige Spritzen und wir können wieder abfahren
Dienstag, tagsüber
Happy ist zwar immer noch etwas lurig und schläfrig, nimmt aber wieder am Leben teil, wir waren schon mehrmals auf der Koppel und haben den Schnee bewundert
Jetzt kann es eigentlich nur noch aufwärts gehen – drückt die Daumen
Ab Mittwoch
Wir fahren immer noch jeden vormittag in die Praxis und holen uns ein paar Spritzen ab, aber:
Happy will es allen beweisen - weisse Boxer haben einen "Urlebenswillen" und alles Recht der Welt, bei der Geburt nicht den Weg alles
"Unnützen" zu gehen.
Heute, am Sonntag nach der OP:
Happy ist fast wieder die Alte und will nicht einsehen, dass sie sich aufgrund der noch nicht ganz verheilten OP-Wunde noch nicht so ganz temperamentvoll
wie sonst immer verhalten sollte und das viele springen und toben noch nicht ganz angebracht ist - aber vielleicht wird sie das ja auch noch lernen???????