Happy erzählt ihre erste Geschichte , als sie 11 Monate alt war
Bald ist Weihnachten - mein erstes in diesem meinem Leben, da wird es langsam Zeit, schon mal Revue passieren zu lassen. Ich bin jetzt schließlich schon elf Monate alt.
Ich weiß es noch wie heute: Mein erster bewußter Gedanke war:
Endlich ist es geschafft: der 17. Januar 1994 ist da.
Es wurde mir auch langsam zu eng. Seit dem 15. 11. 1993 knubbelten meine Brüder und Schwestern sich in der immer enger und ungemütlicher werdender Behausung.
Der Tag der Geburt näherte sich, wir bekamen von außen immer mehr Unruhe mit - wird es gutgehen? - Ich sah da keine Probleme, warum sollte es nicht klappen? Während der langen Zeit in unserer ersten Behausung wurde alles dafür getan, daß es uns gutging - unsere Mutter wurde bestens verpflegt, tierärztlich versorgt, entwurmt, gehätschelt und getätschelt. Besser konnte es unserer Mutter - und damit uns - nicht gehen.
Am 17. Januar hatte ich es relativ eilig, meine neue Umgebung kennenzulernen - allerdings hatte ich auch ein etwas mulmiges Gefühl: was erwartet mich dort draußen? Ein bißchen Angst hatte ich auch, denn ich wußte,- oder ahnte zumindest - daß mein Äußeres nicht dem sogenannten " Standard " entsprach, da ich etwas anders aussah als einige meiner Geschwister. Aber was soll es, dachte ich mir, da mußt du durch - also auf in den Kampf , auf in die neue Welt.
Wie ich es erwartet hatte, kamen die Vokabeln, die ich eigentlich nicht hören wollte - eine Weiße, ein Albino, keine Lebenserwartung etc.; aber die kannten mich noch nicht.
Ich zeigte mich sofort von meiner besten Seite und gab von mir, daß ich sehr wohl fähig war, zu leben - und wie.
Und da vernahm ich auch schon: ihr könnt sagen, was ihr wollt, die Kleine bleibt bei uns .
Da wußte ich, jetzt konnte nichts mehr passieren. Innerlich stöhnte ich vor Wonne und zeigte den noch Zweifelnden meine Schokoladenseite: ich präsentierte denen den Beweis: von einem Albino war ich weit entfernt, denn es zeigte sich ein farbiger Punkt.
Es war also damals schon so wie heute:
Ich kam, sah und ------ siegte.
Meinen Namen hatte ich auch schnell weg ( eigentlich sind es zwei): Nachdem ich schon einige Stunden auf dieser meiner Welt war - satt und zufrieden durch die Fürsorge meine Mutter - hörte ich ein frohes Aufseufzen und den Spruch : " ich bin ja so happy " und damit hatte ich meinen Namen weg.
Später hörte ich immer wieder " mein kleines Sahnetörtchen ". Damals wußte ich damit noch nichts anzufangen, aber mittlerweile - seit einem Monat - weiß ich, daß man mich zum fressen gern hatte. Vor einem Monat habe ich endlich eine Sahnetorte kennengelernt - und aufgefressen. Ich verstand im ersten Moment allerdings nicht, warum meine Mitbewohner davon nicht so begeistert waren - erst später, als es in mir grummelte und rumorte.
In der ersten Zeit habe ich ja nicht soviel von meiner Umgebung mitbekommen: schlafen, saugen, schlafen, saugen u.s.w., mit dem hören und sehen klappte es auch nicht so richtig. Erst so nach und nach kamen komische Geräusche auf, murmeln, flüstern, - alles undefinierbar damals noch für mich.
Als ich schon ein bißchen hören konnte, kamen immer wieder zweifelnde Fragen auf: blaue oder gar rote Augen oder nicht? Die hatten keine Ahnung: ich und blaue Augen, von wegen. Ein schwärzeres Schwarz gibt es überhaupt nicht. Denen habe ich es dann auch gezeigt: noch vor meinen Geschwistern habe ich ersteinmal ein Auge aufgemacht: kohlrabenschwarz - damit habe ich endgültig bewiesen: ich bin ein echter Boxer.
Anfang Februar ging dann das richtige Leben los, nachdem auch meine Geschwister eingesehen haben, daß das Dasein mit offenen Ohren und Augen viel besser ist: wir konnten - unsere bis dahin noch kleine Welt - anfangen zu entdecken, wenn im Anfang auch noch mit etwas wackeligen Beinen, aber wir sind ja lernfähig.
Jetzt kamen auch die ersten " Besichtiger ", was relativ stressig war, immer die gleichen Sprüche: sind die süß, niedlich, u.s.w , wir wurden hochgehoben, gedrückt, geknubbelt - alles irgendwie komisch - aber nicht übel.
Irgendwie sind die Leute schon komisch: über meine Geschwister wurde nicht soviel dummes Zeug geredet wie über mich: " guck mal, die Weiße ", " einen weißen Boxer habe ich noch nie gesehen " , " ist das ein Boxer ? " und sowas alles. Denen habe ich aber gezeigt, daß ich ein richtiger Boxer bin. Ich kann doch nichts dazu, daß nicht alle so sind, wie meine Leute, die sich gegen komische Vorschriften durchsetzen.
In der Zeit der sogenannten " Aufzucht " ( ein blödes Wort ) lernten wir alles mögliche - in der Hauptsache, wie man am besten dummes Zeug macht, aber auch Sachen, die wir später gut gebrauchen konnten. Am besten war die Zeit, als wir endlich was Richtiges zwischen die Zähne bekamen, daß war viel besser, als ewig dieses Flüssige von Mama. Blöd war das ewige wiegen, - als wenn man nicht sehen konnte, daß wir prächtig gediehen.
Ich wollte meinen Menschen zeigen, daß sie keinen Fehler gemacht hatten, als sie mir die Chance meines Lebens gaben - ich habe immer reingehauen und bin gewachsen und gewachsen - wie es sich für einen ordentlichen Welpen gehört. Ich habe auch immer versucht, meinen - einzigen - Bruder in der Größe und im Gewicht einzuholen, ganz hat es aber nicht funktioniert ( aber fast ).
Unter den vielen Leuten, die uns " besuchen " kamen, war auch eine, die - hoffentlich nicht zum Leidwesen meiner Leute - sehr oft kam und immer relativ lange blieb, sie lag mitten in unserer Welt, tobte mit uns rum, spielte mit uns, ließ sich hervorragend beißen ( als wir endlich einige Zähne hatten ). Diese Frau hat mir immer erzählt, daß Cherry und Capri schon auf mich warten, damit konnte ich nicht allzuviel anfangen - mittlerweile weiß ich, was sie damit meinte.

Die Zeit mit meinen Geschwistern verging wie im Flug, eh ich mich versah, erzählten mir meine Leute, daß wir bald zu angeblich " ganz lieben " anderen Leuten kommen - ganz wohl war mir dabei nicht - was sollte mit uns geschehen? woanders hin? wie ist es da wohl? ohne Geschwister? ohne unsere Leute? - daß konnte eigentlich nicht sein - wir fühlten uns hier doch " sauwohl " - besser konnte es uns doch nirgendwo gehen.
Aber - wir wurden nicht gefragt. Der von uns allen gefürchtete Tag kam: wir wurden voneinander getrennt und abgeholt - Horror, weinen, jaulen, Angst, - aber auch Neugier, was jetzt Neues kommt. Und es kam. Nach einer relativ langen Fahrt ( bestimmt 30 Minuten Ewigkeit) kam ich in meinem " neuen Zuhause " an. ( Angst, bibbern, zittern, aufregen ) . Schon während der Fahrt wurde mir immer wieder gut zugeredet, wenn ich unruhig wurde (siehe oben: angst, bibbern etc.) und ewig wurde mir von den unbekannten neuen "Schwestern " erzählt, immer wieder hörte ich Cherry und Capri - ich hatte schon einen mächtigen Bammel - aber was sollte ich machen.
Endlich angekommen, wurde ich ( immer noch getragen, als wenn ich keine Beine hätte ) ins Haus getragen - alles sah irgendwie anders aus, als ich es bis jetzt kannte. Meine neuen Leute - nur die Frau, die sooft schon zu Besuch war - redete immer wieder beruhigend auf mich ein, so langsam wurde ich auch ruhiger - aber wer waren wohl Cherry und Capri ????.
Die Stunde der Wahrheit rückte näher, die Tür wurde aufgemacht und.......... ( Angst, bibber) meine jetzigen Kumpel stürzten auf mich zu.
Ich wurde beschnuppert, berochen, angesabbelt, angebrabbelt - alles Horror. Aber ich war ja noch in Sicherheit auf dem Arm meiner - damals einzigen - Freundin . Sicherheit total, ich fühlte mich sicher und beschützt - die Bestien würden mir wohl auf dem Arm meiner Freundin nichts tun. Aber dann - endlich in der neuen Behausung - durften die angeblichen "Schwestern " ( so ein Quatsch ) näher zu mir kommen. Aber irgendwie fühlte ich mich sofort zu Hause: die beiden zeigten ( und sagten ) mir immer wieder, daß sie mich willkommen hießen - sie hätten sich schon seit ewigen Zeiten ( seit dem 17.1.1994 ) auf mich gefreut. Ein bißchen wild waren sie ja schon, aber ich war ja immer noch sicher auf dem Arm meiner Beschützerin. Im sogenannten Wohnzimmer mußte ich dann auf das Sofa - meine Beschützerin ließ mich allerdings nicht aus den Augen - aber die " Bestien " kamen mir sehr nahe - in nullkommanichts war ich naßgesabbert und damit in meinem neuen Rudel aufgenommen.

Der erste Tag in meinem neuen Zuhause war relativ stressig - es gab soviel Neues zu entdecken - aber Cherry und Capri haben mir alles gezeigt. Wenn ich müde wurde, durfte ich auf dem Sofa neben meiner neuen Freundin schlafen. Erst dachte ich, daß Sofa wäre für uns tabu und ich dürfte nur drauf, weil ich neu im Haus war, aber das stimmt überhaupt nicht - es ist unser Sofa, auf dem wir es uns immer gemütlich machen dürfen.
Vor der ersten Nacht in der neuen Heimat hatte ich ja etwas Muffel - so ganz ohne meine gewohnte Umgebung, ohne meine Geschwister - aber ....... Als es " Nacht " wurde, gingen wir (ich wurde natürlich wieder getragen, als wenn ich nicht laufen könnte, was ich den ganzen Tag doch schon bewiesen habe mit meinem pausenlosen dahingerenne ) ins Schlafzimmer. Ich wurde in ein kuscheliges Körbchen gelegt, na ja, es war ja nicht schlecht, aber doch relativ einsam. Ich habe vorsichtshalber ein wenig geknöttert, da kam schon Cherry an und hat sich zu mir gelegt. Für Cherry war es ja relativ eng, aber für mich ------ super, schön warm und so richtig kuschelig, fast so wie mit meinen Geschwistern.
Einmal wurde ich in der Nacht wach ( meine vertraute Umgebung fehlte mir doch ), aber da wurde ich sofort in den Arm genommen, gestreichelt, abgeschleckt ( von Cherry und Capri ), nach draußen getragen ( schon wieder ohne Beine ). Danach konnte ich - wieder bei Cherry - schön schlafen.
Da mir das Fressen am ersten Tag - wahrscheinlich die Aufregung und die ( unbegründete ) Angst - nicht besonders geschmeckt hat, habe ich am anderen Morgen so richtig zugeschlagen - Cherry und Capri guckten so richtig erstaunt, daß ich soviel verputzen konnte und meine Freundin freute sich, daß es mir schmeckte - warum auch nicht, ich glaube, hier kann ich mich wohl fühlen.
Die Tage, die folgten, waren so richtig aufregend - aber auch schön. Ich konnte viel entdecken, erschnüffeln, kennenlernen, toben und noch viel schlafen, da alles doch sehr aufregend war.
Durch Cherry und Capri kam ich mir nicht ganz so verloren vor, mit der Zeit vermißte ich auch meine Geschwister nicht mehr so sehr. Cherry und Capri haben mit mir sehr viel herumgetobt - nur wenn ich zu sehr gezwackt habe, hat Cherry mir gesagt, daß es so nicht geht.
Capri hat sich mehr gefallen lassen, sie ist allerdings immer zu meiner Freundin gegangen, wenn ich zu wild war und hat sich trösten lassen. Das konnte ich mir allerdings nicht gefallen lassen, die gehörte mir schließlich alleine. Aber da hat meine Freundin mit mir ein ernstes Wort geredet und mir erklärt, daß sie auch Cherry und Capri sehr lieb hat ( nicht nur mich ). Ich habe einige Zeit gebraucht, um das zu verstehen - aber heute weiß ich, daß sie uns alle drei sehr gern hat, sie macht keinen Unterschied und knubbelt mit uns allen dreien ( manchmal sehe ich daß nicht ein und dränge mich doch etwas vor ).
Am schönsten war ( und ist ) , wenn wir nach doller Herumtoberei oder schönen Ausflügen so richtig müde sind und dann auf unserem Sofa - mindestens zu zweit - eng zusammengekuschelt unser Erholungsschläfchen halten können.
Nach ungefähr einer Woche habe ich den zukünftigen " Ernst " des Lebens kennengelernt - ich wurde oben im Büro den Mitarbeitern meiner Freundin vorgestellt - schon damals hatte ich das Gefühl, daß man es mit denen auch aushalten kann ( heute weiß ich, daß das der Fall ist, alle mögen mich ).
Da oben war eine, bei der wußte ich gleich: der werde ich einmal zeigen, was ein richtiger Boxer ist ( oder wird ) - die spurt heute noch, wenn ich es will. Ich brauche nur zu jaulen oder quäken, dann springt sie und geht mit mir nach draußen- manchmal spielt sie dann auch mit mir; meine Freundin schimpft dann zwar mir ihr, aber ich gewinne doch immer.
Als ich mich in meinem neuen Zuhause so richtig wohlfühlte, erzählte mir meine Freundin, daß ich jetzt auch noch die übrige Welt ( noch mehr ????) kennenlernen muß. Sie nahm mich im Auto zu allen möglichen Leuten mit, die sich alle - ich weiß gar nicht warum - mit mir freuten und es mir auch gar nicht übel nahmen, wenn ich ab und an noch vergaß, wo ich mein " Geschäft " zu erledigen hatte.
Am schönsten ist es allerdings, wenn wir - zu viert - im Wald herumtoben können oder auf unserem Grundstück so richtige Tobeaktionen starten können.

Auf unseren Ausflügen haben wir viele Leute getroffen, mit denen meine Freundin häufig reden muß ( so was lästiges ), immer wird über mich geredet. Mit manchen Leuten spricht sie richtig ärgerlich - manchmal auch böse - ich glaube, es geht dann immer über mich, weil ich angeblich kein richtiger Boxer bin, aber da kommen diese Leute an die Richtige, denen wird es so richtig gegeben.
Als ich mich nach ca vier Wochen fast so richtig eingelebt habe, viel angeblich " dummes " Zeug gemacht habe, hat mir meine Freundin erklärt, daß nun die Zeit der totalen Freiheit und der Zeit des Machens, was ich will, vorbei ist. - Was sie damit wohl meinte????
Ich sollte nun " erzogen " werden - der würde ich es schon zeigen. Aber ich glaube, sie hat es mir gezeigt.
Ewig sollte ich nun machen, was meine Freundin mir sagte, dieses darfst du, das nicht usw.
Aber irgendwie war es doch schön - wenn ich machte, was sie wollte, wurde ich immer ganz doll gestreichelt und geknubbelt oder es gab ein Leckerchen - dafür konnte man schon mal gehorchen......... aber nicht immer.
Wenn ich mal keine Lust hatte, zu machen, was sie wollte, war meine Freundin immer ganz traurig, sie knubbelte mich auch nicht - ich glaube, ich tue ihr in der Zukunft mal öfter den Gefallen, daß zu machen, was sie will, auch wenn ich nicht einsehe, warum ich z.B. immer dann sitzen soll, wenn es viel mehr Spaß machen würde, rumzutoben.
Cherry und Capri haben mir dann aber erklärt, daß es manchmal auch gut für uns ist, wenn wir ihr gehorchen, weil unsere Freundin viel besser weiß, was richtig ist oder wann es für uns zu gefährlich ist, einfach loszulaufen.
Gemein finde ich, wenn Cherry und Capri ein Leckerchen bekommen und ich nicht, nur weil die beiden das tun, was unsere Freundin will und ich nicht. Ich glaube, es ist nicht so verkehrt zu gehorchen - ich bekomme dann auch was zu leckern, obwohl...... manchmal habe ich dazu überhaupt keine Lust und verzichte freiwillig auf Leckerchen und Streicheleinheiten.
Im Sommer - meine Freundin hat mir den Unterschied zwischen Sommer und Winter erklärt - war es ganz toll bei uns. Wir haben immer mit dem Rasensprenger rumspielen dürfen - ich weiß bis jetzt noch nicht, wie es möglich ist, daß Wasser ganz auszusaufen - aber im nächsten Sommer werde ich es bestimmt lernen. Cherry hat mir versprochen, daß sie mir es wieder zeigt; die ist im Wasserfangen super. Capri nicht so unbedingt, die geht immer an die Seite und sagt, das Wasser ist ihr zu naß, was ich gar nicht verstehen kann.
Wenn ich so richtig naß war, bin ich ganz schnell in die Wohnung gelaufen und habe mir auf dem Sofa das Fell etwas abgetrocknet. Meine Freundin fand das - wie Capri - auch nicht so doll und hat mich erstmal nicht mehr in das Haus gelassen, bis die Sonne uns - Cherry und mich - etwas getrocknet hat.
Ich bin jetzt gespannt, was der Winter ist mit Schnee und Frost. Cherry und Capri haben mir schon etwas von Schneeballschlachten und so erzählt, aber auch, daß es dann sehr kalt ist. Na ja , mal sehen.

Im Sommer ist meine Freundin mit mir, Cherry und Capri öfter auf den " Boxerplatz " gefahren. Sie hat mir gesagt, damit ich mal sehe, was Boxer so alles lernen können. Auf dem Platz war es ja schön - die vielen Boxer und deren Besitzer ( noch so ein dummes Wort ) - aber ich glaube nicht, daß ich das alles so will; immer auf Kommando alles so machen, wie mir zugerufen ( gebrüllt ) wird, nur damit ich die Schutzhundprüfung bestehe - was habe ich denn davon ???????? Freies Leben ist doch auch ganz schön - und so ein bißchen gehorche ich doch auch.
Ich habe schon selbst gehört, wie meine Freundin über mich erzählt hat, nachdem ich das erstemal mit in ein Restaurant durfte und mich nicht " daneben " benommen habe - und das ohne Prüfung - das reicht doch, oder nicht ?
Ich glaube, ich werde in der Zukunft etwas mehr das tun, was meine Freundin will ( damit sie nicht so traurig ist ), aber nur gehorchen, daß ist doch langweilig. Immerhin kann ich schon einiges ( das reicht eigentlich schon ): Sitz, Platz, Bleib kann ich schon ganz gut, nur mit dem " bei Fuß gehen " hapert es noch. Was kann ich denn dazu, daß es weiter vorne immer interessanter ist als da, wo wir gerade sind. Ich glaube allerdings, wenn ich weiterhin so nach vorne strebe ( meine Freundin sagt immer ziehen ) bekomme ich reichlich Ärger mit ihr, und das möchte ich eigentlich nicht.
Neulich hat sie mir angedroht, daß sie mit mir " üben " will, und das ganz ohne Cherry und Capri, damit ich nicht immer zu Unsinn angestiftet werde von den beiden, aber da kamen ihr ( glücklicherweise ???? ) ganz heftige Zahnschmerzen dazwischen. Wer weiß, wofür das gut war!
Einmal hatten wir im Sommer ein sogenanntes " Welpentreffen " ( so ein dummes Zeug, da war ich schon ein richtiger Boxer mit meinen acht Monaten ). Ich habe meine Geschwister kaum wiedererkannt, die hatten sich vielleicht verändert. Aber ich wohl auch, ich habe mich, glaube ich, auch ganz gut gemacht. Einige von meinen Geschwistern haben mir erzählt, wie es ihnen in ihrem neuen Zuhause so ging - aber keiner hat so gute Spielkameraden wie Cherry und Capri - alle waren zufrieden und haben es sehr gut getroffen. So richtig mit denen rumtoben konnte ich allerdings nicht, irgendwie waren sie nicht so, wie ich es mit Cherry und Capri gewöhnt war, - die hatten wohl, genau wie ich, ihren eigenen Kopf und wollten den auch durchsetzen. Zuhause gewinne ich meistens, da Cherry und Capri ( mehr Capri ) meistens nachgeben und mich gewinnen lassen.
Als mich die Besitzer von meinen Geschwistern sahen, hieß es wieder, " ach, da ist ja das Sahnetörtchen ", die haben wohl noch gar nicht gemerkt, daß es - wenn überhaupt - Schokoladentörtchen heißen müßte, da ich sehr viel farbiges Fell bekommen habe - wohl, um allen zu beweisen, daß ich kein sogenannter Albino bin. Dabei erinnere ich mich, daß meine Freundin mich - es war in der Anfangszeit meines neuen Lebens - , mir einmal beinahe das Fell wund gerieben hat, weil sie meinte, ich hätte mich - mal wieder - im Dreck gewälzt. Es ging aber nicht ab, ich war gar nicht - zumindest nicht an dieser Stelle - dreckig: es war ein neuer Farbtupfer im Fell.
Doch nun genug von der Schwafelei der Vergangenheit.
Es gibt noch so viel zu entdecken, gehen wir es an.
Dieses ganze " Geschwafel " habe ich überhaupt nur auf mich genommen, um meinen "ersten Leuten " zu zeigen, daß ihre Entscheidung - die unter Umständen gegen die Meinung manch angeblicher sogenannter " Boxerfans " geht - die einzig Richtige war.
Ich wünsche Gitta und Peter - samt ihrer gesamten Meute - , meinen Geschwistern, sämtlichen Anverwandten und Freunden ein frohes und gesundes Weihnachtsfest und ein glückliches, frohes und gesundes Jahr 1995.
HAPPY
PS : Meine Freundin hat mir - ganz im Vertrauen - gestanden, daß sie eigentlich neben ihren " zwei Weibern " einen Rüden haben wollte anstatt noch ein Weib, und der sollte auch noch dunkelgestromt sein. Sie ist jetzt aber mehr als happy, daß sie mich bekommen hat.
Ich habe ihr dann versprochen, noch viel zu wachsen, damit ich wenigstens etwas Ähnlichkeit mit ihrem Wunschrüden bekomme ( ich wiege schließlich schon 28 kg; ist das nichts ??????? )
11.12.94